Am
Samstag, 11. September 2004 um 15.30 Uhr spielte der DSC Arminia beim
deutschen Rekordmeister FC Bayern München im Olympiastadion. Tausende
Fans machten sich per Bus, Auto und Zug auf ins Münchener Olympiastadion.
Doch vier Radsportler vom RV 1896 Korbach hatten sich ein höheres
Ziel gesteckt. Mit dem ehemaligen Deutschen Meister und Olympiateilnehmer
1984, Ingo Wittenborn, an der Spitze wollen sie die 620 Kilometer mit
dem Rad zurücklegen. Neben Andreas Jacobi, Otto Brocke und Michael
Schmidt begleiteten ihn auch Mereth Rose, Petra Jacobi und Silke Schmidt
im Begleitfahrzeug (sorgten sowohl für Essen und Trinken als auch
für die Moral) auf dem Weg nach München.

Freundlicherweise wurde von
der Autovermietung Scheuermann ein Mercedes-Sprinter, von Continental
neueste Bereifung und Ersatzmaterial, von Coca-Cola die Getränke,
von Uwe, Chef der Pinte in Bielefeld die Abschlussparty und von prolog-cycling-wear
das komplett neue Outfit im Look des Arminia-Fußball-Dresses gestellt.
An dieser Stelle nochmals Dank an die Sponsoren
Los ging es am Freitag von der "Alm" (jetzt Schüco Arena)
um 5 Uhr morgens. "Wir rechnen mit 12 bis 13 Stunden Fahrtzeit
bis zur ersten Station im Hotel nahe Biebelried bei Würzburg",
sagt Jacobi. Das waren immerhin 360 Kilometer, für die die Sportler
rund 30 Kilometer pro Stunde zurücklegen mussten. Bis die morgendliche
Kälte und der stürmische Gegenwind etwa nachließen,
zweifelten die Fahrer doch etwas am Gelingen ihres Vorhabens. Mit zunehmendem
Sonnenschein und der stetig steigenden Zahl der zurückgelegten
Kilometer stieg die Zuversicht. Die Strecke führte am Freitag über
Paderborn, Warburg, Volkmarsen, Wolfhagen, Fritzlar, Homberg und Bad
Hersfeld (hier stieg Mereth Rose vom Auto aufs Rennrad um) nach Fulda.
Das Etappenziel vor Augen gönnten sich die Fahrer eine Russen-Maß.
Die Beine wurden schwerer, doch bevor die Sonne am Horizont verschwand,
war das "Hotel Leicht" in Biebelried erreicht. Heiße
Sauna, warmes Essen und kühles Bier waren der Lohn für die
Tagesmühe.
Am Samstag hieß es wieder früh aufstehen. Denn es waren noch
250 Kilometer zu strampeln. Das Ziel lautete: Ankunft zwischen 14 und
15Uhr am Olympiastadion. Also Aufbruch um 4:30 Uhr; mit Radbeleuchtung
und im Scheinwerferlicht des Begleitfahrzeugs aufs Rad und Start im
Nieselregen, Sch....! Aber es gab ein großes Ziel. Und Petrus
hatte bald ein Einsehen. Die letzte Rast vor München wurde in Ingolstadt
gemacht. Schluss mit den süßen Powerdrinks, Wasser und Cola.
Bayerisches Weißbier auf den Tisch; das beste Mineralgetränk
für die letzten Kilometer.
Gegen 14:30 Uhr Eintreffen am Marathontor des Stadions. Presse-Fotos
und Berichte an die Reporter des Westfalenblatts und der Neuen Westfälischen.
Duschen , umziehen und das Bundesligaspiel sehen. Und dabei einen nicht
zulässigen Leistungsvergleich anstellen. Die Radler waren wirklich
platt, doch stolz, ihr Ziel erreicht zu haben.
Biergartenbesuch, Schlaf, Rückfahrt im Begleitfahrzeug und in der
Pinte Bielefeld die verdiente Abschlusssause.
|