Über Kunstradfahren

In ca. 1.500 Vereinen sind zur Zeit etwa 10.000 Hallenradsportler (Kunstradsport und Radball/Radpolo) lizenziert und nehmen aktiv am Wettkampfbetrieb teil. Das günstigste Einstiegsalter für das Kunstradfahren liegt etwa bei 6-7 Jahren. Die Schwerpunkte des Grundlagentrainings sind: Koordinationstraining, zunächst allgemein später spezielles Koordinationstraining. In diesem Altersabschnitt liegt die sensible Phase für die koordinative Schulung, daher wird hier in erster Linie die koordinative Fähigkeit geschult. Darüber hinaus erfolgt auch ein altersgemäßes Technik- und Konditionstraining. Das Aufbautraining erfolgt mit den Schwerpunkten, Verbesserung der speziellen Koordination, der speziellen Beweglichkeit, Intensivierung des Techniktrainings, allgemeines und spezielles Krafttraining, Spezialisierung für 1er oder 2er Kunstradsport.

Kleine Regelkunde vom Kunstradfahren

Das „Spielfeld“ der Kunstradfahrer – die Fahrfläche – ist bei internationalen Wettbewerben 14 Meter lang und 11 Meter breit. Die Vortragsdauer beträgt maximal 6 Minuten. In dieser Zeit muss der Athlet/in 28 Übungen ausführen. Als kleine Einteilungshilfe für den Fahrer/in ertönt alle 60 Sekunden ein Signal. Das Programm ist eine Kür. Die Kür wird von den Aktiven selbst zusammengestellt. Der Athlet/in wählt dabei aus einem international genormten Repertoire von etwa 120 Übungen aus. Die Begleitmusik ist frei wählbar.

Jede Übung hat eine bestimmte Wertungsziffer, d.h. Schwierigkeitsstufen. Die Summe der ausgesuchten 28 Einzelteile ergibt die „Schwierigkeitspunkte“ der Kür. Sie werden beim Wertungsgericht eingereicht. Zu dieser Schwierigkeitspunktzahl erhält jeder Fahrer – gewissermaßen als „Vorschuss“ – noch einmal eine „Grundpunktzahl“ für die Ausführung. Bewertet werden Schwierigkeiten (Inhalt) und Ausführung einer Kür – also wie beim Eiskunstlaufen.

Punktabzüge bei der Schwierigkeit gibt es unter anderem:

– wenn bei einer Figur nicht die vollständige Wegstrecke in Form einer einfachen Runde (eines kompletten Kreises) oder einer „Acht“ (einer sogenannten Wechselrunde) zurückgelegt worden ist,
– wenn eine Figur (z.B. ein Handstand) abgebrochen oder gar ganz ausgelassen wird,
– wenn die festgelegte Zeit von 6 Minuten überschritten wird.

Punktabzüge bei der Ausführung erfolgen u.a.

– bei „nicht flüssiger“ Fahrweise,
– bei schlechter Haltung,
– bei Überfahren der Flächenbegrenzung,
– bei Berühren des Bodens mit den Füßen oder gar Stürzen.

Die erreichte Gesamtpunktzahl ergibt sich schließlich, wenn die Summe der Fehler aus Schwierigkeit und Ausführung von der aufgestellten Gesamtpunktzahl abgezogen worden ist. Für das 2er Kunstradfahren gelten die gleichen Regeln. Jedoch werden hier nur 22 Übungen gefahren; die ersten 9-13 Übungen getrennt auf 2 Rädern, die restlichen gemeinsam auf einem Rad.

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