In den folgenden Jahren bemüht man sich vergeblich um einen neuen Übungsraum für die Saalradfahrer. Es finden auch keine Straßenrennen unter der Regie des SV 09 mehr statt. Es beteiligen sich auch nur noch einzelne Fahrer, wie z. B. Willi Flocke mit teilweise gutem Erfolg, an Rennen der übrigen Vereine im Gau 17a. Die Radfahrerabteilung des SV 09 fristet in den kommenden Jahren ein eher kümmerliches Dasein.

Erst nach dem 2. Weltkrieg finden sich Hinweise auf neue Radsportaktivitäten in Korbach. Vor allem Kunstradfahrer wie Willi und Inge Niehm sowie Horst Schuchmann, verhelfen der Radsportabteilung des SV 09 zu neuem Auftrieb. Auch Radball gehört zu den ersten wiedererweckten Radsportarten nach dem Krieg. Das erste Nach-Kriegs-Straßenrennen wird am 23. Mai 1949 über 50 Kilometer, vom TuSpo Mengeringhausen ausgetragen. Sieger wurde Helmut Luley aus Mengeringhausen, Willi Flocke aus Korbach wird Vierter.

1951 verzeichnet die Abteilung mit Hanni Backes und Marga Bracht sowie Karl­Heinz Behle bei den Schülern, die ersten Bezirksmeister im Kunstradfahren. Von nun an geht es in Korbach mit dem Radsport wieder bergauf, Auch beim SC Blau-Gelb bildet sich eine Radsportabteilung, die in den folgenden Jahren einige Erfolge im Kunstradfahren und Radball "einfährt“.

Schon Anfang 1953 beginnen die Vorarbeiten zur Neugründung des alten Radfahrervereins von 1896. Bereits am 20. März des Jahres, schließen sich die Radsportabteilungen des Sportvereins 09 und von Blau-Gelb zum neuen "Radfahrer-Verein 1896 Korbach“ zusammen.

In den Vorstand wird gewählt: 1. Vorsitzender:        Heinrich Wagner
2. Vorsitzender:        Gerhard Reintjes
Schriftführer:             Siegfried Schnabel
Kassierer:                 Karl Keuling
Jugendwart:              Erwin Fromm
Techn. Leiter:            Richard Niehm

Ehrenvorsitzender wird Heinrich Illian, der letzte Vorsitzende des alten Radfahrer-Vereins, welcher noch im gleichen Jahr das Amt von Heinrich Wagner, nach dessen Austritt, übernimmt.

Bereits im Mai des Jahres erntet der neu gegründete Verein allgemeines Lob und Anerkennung für ein hervorragend organisiertes Radfahrerfest. Das bereits im Vorjahr erstmalig durchgeführte Radrennen "Rund um den Eisenberg“ und hochkarätige Darbietungen der Kunstradfahrer sowie ein spannendes Radballturnier bilden den sportlichen Rahmen.

Dem Verein gelingt es bereits ein Jahr später am 12. September1954, die hessischen Jugendmeisterschaften im Kunst- und Gruppenfahren in Korbach auszutragen. Die Durchführung dieser ersten Radsportveranstaltung mit überregionaler Bedeutung, ist zugleich ein Zeichen dafür dass der "neue-alte“ Verein dem Radsport in Waldeck neue Impulse, auch für die kommenden Jahre, verleiht.

Im gleichen Jahr wird ein neues offizielles Wappen entworfen. Die Gründe für die Schaffung dieses neuen Vereinszeichens lassen sich heute nicht mehr genau nachvollziehen.

1955 wird der Verein um eine "Moped-Abteilung“ erweitert, deren Aufgabe Wander- und Zielfahrten, Geschicklichkeitsfahrten und die allgemeine Verkehrserziehung sein soll. Abteilungsleiter wird Friedrich Scheid. Zum 60 jährigen Vereinsjubiläum am 23. Juni 1956 in der Stadthalle Korbach, blickt der Verein auf eine sehr wechselvolle Geschichte zurück. Man verzeichnet in diesem Jahr 60 Mitglieder.

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