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Fahrradfahren ist zu dieser Zeit wohl noch reine "Männersache“; jedenfalls in diesem Verein. So wird 1910, anlässlich einer gemeinsamen Uplandtour beschlossen: "Die Fahrer benutzen das Rad, während für die Vereinsdamen und die übrigen Herren Leiterwagen aus der Vereinskasse zur Verfügung gestellt bekommen!“ Immerhin führte die Tour über Willingen bis zu den "Bruchhäuser Felsen“ und zurück. Der Verein zählt in diesem Jahr 26 Mitglieder.
Zwei Jahre später jedoch, kommt das Vereinsleben fast vollständig zum Erliegen. Das Vereins- inventar wird an die Mitglieder verkauft, mit der Auflage, dieses nicht weiter zu veräußern. Der Vorstand bleibt jedoch im Amt, aber die sportlichen Aktivitäten werden eingestellt. 1913 wird der Versuch unternommen, einen neuen Radfahrer-Verein, neben dem alten formal noch bestehenden, zu gründen. Dies scheitert jedoch an den allgemein bei Neugründung zu erwartenden Problemen. In vielen Leserbriefen des Jahres 1913 finden sich Aufrufe, den alten Verein mit neuen Mitgliedern und neuen Radsportarten wie "Radball“ und "Radpolo“ neu zu beleben, da sich der Radsport damals in der Bevölkerung großer Beliebtheit erfreut. Mit dem Ausbruch des 1. Weltkrieges schliefen diese Bestrebungen ein und wurden auch während des Krieges nicht wieder aufgegriffen. Erst 1919 erwacht der Radsport in Corbach mit der Wiederbelebung des bisher nur noch formal existierenden Radfahrer-Vereins von 1896 zu neuem Leben. Auch kommt es in dieser Zeit zu weiteren Vereinsgründungen. Dies ist zum einen der 1921 auf Initiative von Richard Niehm gegründete "Radfahrer-Club 1921“ und die "Radfahrerabteilung des Sportvereins 09 Corbach“. 1922 schließen sich der "Radfahrer-Club 1921“ und der alte Verein 1896 unter dem Namen "Radfahrer-Verein 1896 Corbach“ zusammen. 1. Vorsitzender wird der Schreinermeister Carl Schleicher und 2. Vorsitzender wird Richard Niehm sen., der sein Amt jedoch im gleichen Jahr an W. Schmalz abgibt und aus dem Verein austritt. |